Die motopädische Behandlung

Kinder brauchen Bewegung und Spiel
                                               mit anderen Kindern...

      ... denn dadurch lernen sie:

  • Selbstwertgefühl zu entwickeln
  • mutig zu sein und Grenzen zu überwinden
  • ängstlich zu sein und Grenzen zu akzeptieren
  • Rücksicht zu nehmen und abwarten zu können
  • sich selbst und Gefahren einzuschätzen
  • Regeln einzuhalten
  • Handlungsplan zu entwicklen
  • den Alltag leichter zu bewältigen
  • in andere Rollen hineinschlüpfen
  • sich mit anderen auseinandersetzen
  • nicht aus dem Gleichgewicht zu kommen
  • vorsichtig zu sein
  • zu hüpfen, klettern, schaukeln, rutschen....
  • Bewegungsmöglichkeiten auszuprobieren und einzuschätzen
  • zu bauen (Material einzusetzen)

 

Es kann viele Gründe geben, weshalb sich Kinder langsamer, anders oder mit Schwierigkeiten entwickeln. Diese Kinder brauchen mehr Raum, vielseitigere Bewegung und erlebnisreicheres Spiel.

 

Die Möglichkeiten, diese Erfahrungen zu sammeln

 

    Welche Kinder werden von MotopädInnen betreut ?

  • Entwicklungsverzögerungen
  • psychomotorischen Retardierungen
  • senso-motorischen Wahrnehmungsstörungen
  • hypotone/hypertone Muskulatur
  • Koordinationsstörungen
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Verhaltensauffälligkeiten
  • Autismus
  • geistige Behinderung
  • Sinnesbehinderung
  • Körperbehinderung
  • Sprachverzögerungen/Sprachauffälligkeiten
  • Kinder mit mangelndem Handlungsplan
  • Sensorische Integrationsstörungen

 

    Was tun MotopädInnen ?

  • beobachten (fortlaufend den Entwicklungsstand des Kindes)
  • an den Stärken der Kinder ansetzen
  • inszenieren
  • begleiten, wirken mit
  • führen
  • erzeugen Spannung
  • verbalisieren (machen die Bewegung für das Kind bewußt)
  • geben Freiräume
  • geben die Möglichkeit, eigene Grenzen zu erfahren
  • geben die Möglichkeit, Material auszuprobieren
  • geben Zeit (das Kind bestimmt das Tempo)
  • setzen Grenzen
  • üben keinen Leistungsdruck aus
  • ermöglichen Gruppenerlebnisse mit anderen Kindern
  • ermöglichen selbstständiges Handeln
  • ermöglichen lustvolle, erlebnisreiche (Bewegungs-) Erfahrungen

Das Ziel ist es, dass Ihr Kind die Erfahrungen aus der Therapie in den Alltag übertragen kann

 
Erst wenn das Kind sich im Kindergarten eingewöhnt hat, findet motopädische Förderung zunächst in Einzel-, dann in Gruppensituationen statt.

Hierfür steht ein besonderer Raum mit ausgewählten Materialien zur Verfügung.

 

Wie erkennen MotopädInnen was für das Kind wichtig ist ?

  • beobachten, beschreiben, einschätzen
  • als fortlaufender Prozess
  • Lebensthema des Kindes erkennen
  • Gespräche mit den Eltern
  • Stärken des Kindes
  • Vorlieben des Kindes
  • Schwierigkeiten des Kindes
  • Anspruch an die MotopädInnen
  • Gespräch mit anderen Personen, die an der Entwicklung des Kindes beteiligt sind

 

Ergotherapie

Die ergotherapeutische Behandlung orientiert sich am jeweiligen Entwicklungs- und Leistungsstandes des Kindes, um über- bzw. Unterforderungen zu vermeiden. Dafür ist eine genaue Befundung des Entwicklungsstandes in den unterschiedlichen Entwicklungs- bereichen notwendig. Alle in der Behandlung angebotenen Aktivitäten sollen für das Kind von Bedeutung sein (handlungsorientierte Behandlung). Da sich die spezifischen Krankheitssymptome oft erst im Verlauf der Entwicklung herauskristallisieren und sich fortlaufend verändern, ist eine ständige Neuorientierung mit wiederholter Befundaufnahme notwendig.
Die Befundaufnahme verlangt eine genaue Beobachtung des Kindes.
Aus dem ergotherapeutischen Gesamtbefund werden zunächst die Behandlungsziele entwickelt.
Gemäß des gewählten Behandlungsverfahren erfolgt über einen Zeitraum von mindestens einigen Monaten die ergotherapeutische Behandlung.

 

Behandlungseinheiten

Die Behandlungseinheiten dauern in der Regel 45 Minuten, sie werden in Form von Einzel- oder Gruppenbehandlungen durchgeführt. Zwischen den Behandlungseinheiten liegt meist eine Woche.

 

Die Entwicklung von Kindern zu selbständigen und handlungsfähigen Erwachsenen zu unterstützen ist Ziel
der Ergotherapie

 

Wer wird ergotherapeutisch behandelt?

Ergotherapie kann ein Angebot sein für Kinder:

  • die eine Behinderung aufweisen
  • die zu früh geboren wurden oder durch andere Risikofaktoren in ihrer Entwicklung beeinträchtigt sind
  • die Probleme mit der Wahrnehmung haben (unter- oder überempfindlich sind; ohne ersichtlichen Grund viel Schreien; körperliche Nähe und Kontakt nicht mögen)
  • die Konzentrationsprobleme haben
  • die besonders ängstlich oder besonders draufgängerisch sind
  • die unsicher in ihren Bewegungen sind
  • die wenig Interesse am Spiel und ihrer Umwelt zeigen
  • die Probleme im Umgang mit anderen Kindern haben

Ergotherapeutische Schwerpunkte

    Grundlage der Therapie ist eine ärztliche Diagnose und eine umfassende Befundaufnahme. Die ergotherapeutischen Ziele ergeben sich aus den Ergebnissen der Befundung unter Absprache mit den Eltern und den Erziehern. Bereiche, die gefördert und unterstützt werden können sind unter anderem:
  • Wahrnehmung
  • Selbststädigkeit
  • Sozial-emotionale Entwicklung
  • Kognitive Entwicklung
  • Sprachentwicklung

 

Behandlungsverfahren

    Bei uns in der Einrichtung werden unter anderem folgende Behandlungsverfahren angeboten:
  • Wahrnehmungsfördernde Behandlungsmethoden z.B. nach Frostig, Affolter
  • Stimulation/Stabilisieung und Differenzierung der basalen sensomotorischen Fähigkeiten z.B. nach Fröhlich
  • Sensomotorische Intergrationstherapie z.B. nach Ayres
  • Training von Alltagskompetenzen unter Berücksichtigung des Einsatzes von Hilfsmitteln
  • Methoden zur Verbesserung der Körper- und Selbstwahrnehmung und der Wahrnehmungsverarbeitung
  • Methoden der Entwicklung von Selbstsicherheit und Bewältigungsstrategien
  • Training des sozialen Verhaltens
  • Training der eigenen Tagesstrukturierung u.a.

 

Elternarbeit

    Der Austausch und die Zusammenarbeit mit Ihnen ist ein wichtiges Element der Arbeit, um abzuklören was für Themen der Familie wichtig sind und welche Aufträge/Ziele Sie, die Eltern, formulieren. Hospitationen sind wünschenswert, Hausbesuche ermöglichen ein vollständiges Bild vom Kind und dessen Lebenswelt.

 

Was kann man zu Hause tun ?

    • tragen Sie Ihr Kind eng am Körper
    • nehmen Sie sich Zeit beim Baden und Abtrocknen
    • frottieren es nach den Vorlieben des Kindes ab
    • eine ruhige und feste Einreibung nach dem Baden mit Badeöl oder Creme tut Ihrem Kind gut
    • machen Sie Körperspiele mit Ringen und Rangeln
    • machen Sie Kniereiterspiele
    • eine Schaukel oder Hängematte ist ideal (Schaukelmöglichkeiten sollten möglichst  tief angebracht sein, um selbständiges Aufsteigen und Abstoßen zu gewähren)
    • alte Matrazen sind gut zum Bauen und Hüpfen
    • lassen Sie Ihr Kind (große Gefahren ausgenommen, kleine Gefahren eingeschlossen) ausprobieren und nehmen Sie ihm nicht die Erfahrungen vorweg, sagen Sie es ihm auch nicht vorher
    • lassen Sie Ihr Kind experimentieren
    • lassen Sie seinem Erkundungsdrang Raum, Material, Zeit